Lesungen 2018

Dienstag, 16. Januar 2018, 19 Uhr
Maurice Philip Remy: "Der Fall Gurlitt. Die wahre Geschichte über Deutschlands größten Kunstskandal"

Kooperation: Der andere Buchladen, Krefelder Kunstverein, Literatur in Krefeld, mit und in der Mediothek, Theaterplatz 2, 12 € Wir bitten um Anmeldung bei einem der Veranstalter

Der andere Buchladen, Dionysiusstr. 7
Krefelder Kunstverein e.V., Westwall 124
Literatur in Krefeld e.V., Gutenbergstraße 21
mediothek@krefeld.de

„Tür aufgebrochen. Zollfahndung Lindau.“ Mit diesen knappen Worten beschrieb Cornelius Gurlitt die dramatischen Ereignisse vom 28. Februar 2012, als Zollbeamte in seine Münchner Wohnung
eindrangen und seine Sammlung aus über 1500 Kunstwerken beschlagnahmten. Das Haus wurde von zeitweise bis zu fünf Kameras überwacht. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft: Bei den Bildern, die Gurlitts Vater Hildebrand im Dritten Reich erworben hat – darunter sind
Kunstwerke von u.a. Paul Cézanne, Édouard Manet, Claude Monet, Henri Matisse, Ernst Ludwig Kirchner, Karl Schmidt Rottluff, Emil Nolde, Franz Marc und Max Beckmann im Wert von hundert Millionen Euro – soll es sich größtenteils um NS-Raubkunst handeln. Maurice Philip Remy hat den Fall Gurlitt in jahrelanger Recherche aufgearbeitet, den kompletten Nachlass Hildebrand Gurlitts gesichtet und als Quelle herangezogen. In diesem Buch präsentiert er seine Ergebnisse: Der Vorwurf, der Vater Hildebrand Gurlitt habe sich an der Not der  jüdischen Mitbürger bereichert, ist mit Remys Buch nicht mehr aufrechtzuerhalten. In diesem Licht wird die Verfolgung seines Sohnes Cornelius Gurlitt durch die Behörden zu krassem Unrecht. Remy weist auf der Basis der Ermittlungsakten nach, dass die Durchsuchung der Wohnung Gurlitts und die Beschlagnahmung der Sammlung rechtswidrig war. Und er zeigt auf, wie die Politik in Berlin diesen Skandal jahrelang verschleppt und verschwiegen hat, um von eigenen Versäumnissen abzulenken. Remy: "Seit über 4 Jahren wird die Öffentlichkeit komplett in die Irre geführt über den Anteil an Raubkunst in der Sammlung. Meine persönliche Einschätzung aus der Kenntnis der Sammlung – da ist nicht mehr als 1 Prozent Raubkunst drin“ (bislang sind es sechs Bilder) „und das ist wenig, für so eine Sammlung." In Bern werden jetzt die unverdächtigen Bilder gezeigt, in Bonn 50 Kunstwerke, die eventuell
raubkunstbelastet sein könnten. Für Remy ist das reißerisch, die Kunsthalle spekuliere hier
mit der Sensationsgier der Besucher. Der Fall Gurlitt handelt von einem furchtbaren
Ermittlungs- und Beschlagnahmeexzess, der aber zu einer fruchtbaren und notwendigen
umfassenden Diskussion über den Umgang mit Raubkunst führte. Gurlitt als Sündenbock für die
Versäumnisse der deutschen Museen? Sie seien nämlich „ihren Verpflichtungen zur Aufklärung auch 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs allenfalls ansatzweise nachgekommen“. Maurice Philip Remy, geb. 1962 in München, ist Dokumentarfilmer und Sachbuchautor. Er war als freier Journalist unter anderem für den Stern und Die Zeit tätig. Zu seinen wichtigsten Arbeiten zählt die sechsteilige Serie über den Holocaust, die weltweit ausgestrahlt wurde sowie Dokumentarserien und Bücher, beispielsweise über das Bernsteinzimmer, den „Mythos Rommel“, die „Offiziere gegen Hitler“ und das vielfach ausgezeichnete Drehbuch für den ARD-Spielfilm „Mogadischu“.

Wir freuen uns, das Jubiläums-Lesungsjahr 2018 (40 Jahre Buchladen, 135 Jahre Krefelder Kunstverein) mit Maurice Philip Remy beginnen zu können, bevor der Autor sein Buch in Köln und Wien vorstellt.

Der andere Buchladen
Dionysiusstraße 7
47798 Krefeld 
02151/66842

Fax: 02151/611150

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Mo- Fr 9:30 - 18:30 Uhr
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